Fashion Revolution Week
20. April 2026

Es ist Fashion Revolution Week – die Woche, in welcher unsere Anliegen für einen bewussteren und zukunftsfähigeren Modekonsum ganz besonders im Zentrum stehen. Und weil die Welt nach wie vor von viel Macht und Gier dominiert wird, sind wir mehr denn je aufgefordert, zusammenzustehen und uns gegenseitig zu ermutigen auf diesem Weg. Nicht nur während der Fashion Revolution Week, sondern das ganze Jahr über, verstehen wir uns als einen Ort der Inspiration, des Miteinanders und des bewussten Genusses. Inspirierend finden wir zum Beispiel auch die Handlungsempfehlung mit dem mässig sexy Namen «Konsumpyramide». Es gibt diese Pyramide in verschiedenen Varianten, wir zeigen euch hier eine einfache Variante davon – und erläutern, weshalb wir sie so hilfreich finden.

Konsumpyramide

1. Nutze, was du hast!

Das ist nicht nur der einfachste, sondern auch der kostengünstigste Tipp! Im eigenen Kleiderschrank zu shoppen – also Dinge wieder neu zu entdecken und spannende Kombinationsmöglichkeiten auszuprobieren – ist das Fundament eines zukunftsfähigen Umgangs mit Mode. Damit das gelingt, ist Übersicht unabdingbar. Kleider, die du vergisst, trägst du nicht. Kleider, die sauber, ordentlich verräumt und gut sichtbar aufbewahrt werden, sind attraktiv. Einigen gelingt das problemlos, andere sind froh um eine systematische Erfassung in einer App. Gleiches gilt für mögliche Outfits mit den vorhandenen Schätzen. Wenn du morgens eher überfordert bist, lohnt es sich, an einem gemütlichen freien Tag Kombinationen auszuprobieren und allenfalls fotografisch festzuhalten, worin du dich wohl fühlst. So merkst du nämlich auch, was dir tatsächlich noch fehlt in deinem Schrank. Und das ist dann ein Fall für eine nächste Pyramidenstufe.

2. Repariere und gestalte um!

Wenn du deinen Kleiderschrank also unter die Lupe nimmst, entdeckst du vielleicht auch Dinge, die weder Top noch Flop sind. Es sind das jene Kleider, die grosses Potenzial haben. Damit sie aber wieder zum Einsatz kommen, brauchen sie noch etwas Liebe. Zum Beispiel durch eine Reparatur. Eine offene Naht im Lieblings-T-Shirt oder ein Riss in der bestpassenden Jeans sind kein Grund, jede Hoffnung aufzugeben. Sehr vieles lässt sich nämlich problemlos reparieren. Wenn dir selbst keine handwerkliche Gabe geschenkt ist, lässt du es von Profis machen. In einem Repair Café oder einer Schneiderei zum Beispiel – oder auch in unserem Atelier. Vielleicht ist es aber kein Defekt, sondern irgendwas, das nicht richtig passt. Die Hose ist zu lang, der Bund zu eng oder die Bluse würde dir mit kurzen Ärmeln besser gefallen. Wenn weder du selbst, noch dein Opa oder deine Tante das können: Lass es die Expert:innen erledigen (ja, vieles davon bieten auch wir an)!

Spannend sind hier auch Angebote von Designer:innen, die diesen Ansatz verfolgen. Redesign oder Upcycling hat zum Ziel, vorhandene (aber ungetragene) Textilien direkt zu nutzen und so umzugestalten, dass sie wieder gerne getragen werden. Bei uns heisst dieses Angebot Another Love. Unsere Schneiderin nutzt dafür mangelhafte Kleider – also Stücke mit Produktionsfehler oder aber einzelne Teile, die im Laden beschädigt wurden – und gestaltet sie zu wundervollen Unikaten um.

3. Leihe und tausche!

Nein, du musst das elegante Kleid für die Hochzeit nicht besitzen. Auch nicht den lustigen Hut für deine Figur beim Krimidinner oder das gelbe Hemd für die Mottoparty. Auch hier: Ausleihen ist kostenlos (jedenfalls im privaten Kreis)! Frag dein Umfeld, wenn du etwas für einen einmaligen Gebrauch suchst. Oder besuche einen Ort, der Kleidung verleiht (für Festmode zum Beispiel Storytellerdresses).

Eine andere Möglichkeit ist der Kleidertausch. Triff dich zum Beispiel mit Freund:innen zu einem gemütlichen Abend mit Snacks und Drinks. Jede:r bringt ein paar gut erhaltene, aber nicht mehr getragene Kleidungsstücke mit. Es folgt: Fröhliches Anprobieren, gegenseitiges Beraten, Styling Ideen Austauschen und Kleider Weitergeben. «Neues» für alle, aber absolut kostenlos. Im grösseren Stil gibt es da auch Veranstaltungen wie Walk-In Closet. Ausserdem steht bei uns vor der Ladentür immer während den Ladenöffnungszeiten eine Tauschstange. Ja richtig, da kannst dich einfach bedienen, wenn dir etwas gefällt – oder Kleider aufhängen, die du nicht mehr trägst. Unkompliziert und nahbar. Wir führen kein Buch, aber da haben schon unzählige Teile ein neues Zuhause gefunden, seit wir damit vor 13 Monaten gestartet haben!

4. Kaufe Secondhand!

Kein Glück beim Kleidertausch? Es gibt da auch noch die kommerzielle Variante, gebrauchte Kleider zu nutzen: Second Hand. Es gilt unbedingt, vorhandene Ressourcen zu nutzen – trotzdem ist bei Second Hand Vorsicht geboten! Achte unbedingt auf hochwertige Materialien und eine saubere Verarbeitung – nur so bereitet dir das Stück auch nachhaltig Freude. Wir haben vor einiger Zeit unsere Gedanken dazu in einem Blogbeitrag geteilt. Achte unbedingt auch bei Gebrauchtem darauf, nicht in eine Konsumfalle zu tappen!

Unsere Variante von Second Hand nennt sich Second Love. Das ist Fair Fashion aus zweiter Hand – also nachhaltige Mode, die wir für unsere Kund:innen weiterverkaufen. Du findest bei uns ein stetig wachsendes Angebot an gebrauchten Jeans, Schuhen, Pullovern, Blusen, T-Shirts und sogar Taschen von nachhaltigen Marken.

5. Kaufe Neues!

Natürlich ist es nicht verboten – und es darf auch nicht nur in absoluten Ausnahmefällen passieren. Sonst gäbe es wohl weder Fair Fashion Brands noch Läden wie unseren. Aber beim Kauf von neuen Stücken ist es umso wichtiger, ganz bewusst auszuwählen. Passt dir das Teil wirklich gut? Fühlst du dich wohl und authentisch darin? Weisst du, wie du es mit deiner bestehenden Garderobe kombinieren kannst und wann du es tragen möchtest? Unser Ziel ist, dass in deiner Einkaufstüte nur neue Lieblingsstücke landen. Kaufe lieber weniger und investiere dafür in die für dich beste Option.  

Wir sind gespannt, was du davon hältst! Helfen dir diese Überlegungen für einen zukunftsfähigeren Kleiderkonsum? Hast du andere Tipps? Was wünschst du dir von uns? Und welche Umstände machen es dir schwer? Wir sind immer offen für deine Meinungen. Inspiration geht nämlich immer in alle Richtungen. Um das noch mehr zu fördern, findest du diese Woche ein kleines Inspiration Board im Laden. Komm und teile deine Gedanken mit anderen!