Baumwolle

Die Faser

Sie ist die Königin unter den Naturfasern, mit einer jährlichen Produktion von etwa 25 Millionen Tonnen. Die Baumwollpflanze, ein Malvengewächs, wächst je nach Sorte bis zu drei Meter hoch. Für eine gute Ernte benötigt sie warme, frostfreie Klimazonen mit Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad Celsius und ausreichend Wasser. Im industriellen Anbau, der mineralischen Dünger und Bewässerung nutzt, liegt der Ertrag bei etwa einer Tonne pro Hektar. Die Blüten der Pflanze verfärben sich nach Bestäubung von Weiß oder Gelb zu Rosa. Bei der Reife springen die Fruchtkapseln auf und die behaarten Samen quellen hervor. Die Faserhaare trockenen aus und werden danach für die textile Weiterverarbeitung geerntet.

Der Einsatz

Baumwolle ist eines der am häufigsten verwendeten Materialien für Kleidung, einschliesslich T-Shirts, Hemden, Jeans, Unterwäsche oder Socken. Gerade bei direktem Hautkontakt und Kinderbekleidung ist sie besonders beliebt. 

  • Baumwolle ist sehr robust und somit langlebig.
  • Insbesondere unbehandelte Bio-Baumwolle ist sehr hautfreundlich, fein und weich. Langstaplige Fasern wie die Pima-Baumwolle aus Peru sind besonders hochwertig.
  • In der Regel eignet sich reine Baumwolle auch für Allergiker:innen bestens.
  • Baumwolle ist sehr pflegeleicht und kann auch heiss gewaschen werden.
  • Dank ihrer hohen Saugkraft und Hitzebeständigkeit kann Baumwolle vielseitig eingesetzt werden.

Die Schattenseiten

So angenehm Baumwolle auch ist, ihr intensiver industrieller Anbau birgt erhebliche Probleme. Dabei geht es weniger um die Pflanze selbst, sondern um Monokulturen, gentechnisch veränderte Sorten und die Profitgier grosser Konzerne. Obwohl Baumwolle nur 2,5 Prozent der globalen Ackerfläche beansprucht, werden dort 11 Prozent aller Pestizide und 25 Prozent aller Insektizide eingesetzt, wovon die Hälfte laut WHO als gefährlich gilt. Die Auswirkungen auf Böden, Gewässer und Arbeiter:innen sind verheerend. 

Zudem benötigt der konventionelle Baumwollanbau pro Kilogramm Ertrag zwischen 7.000 und 20.000 Liter Wasser, bei schlechter Bewässerung sogar bis zu 30.000 Liter. In Regionen mit Wasserknappheit sind diese Zahlen besonders alarmierend. Gentechnisch verändertes Saatgut, das höhere Erträge verspricht, führt langfristig zu Abhängigkeiten von Konzernen, da es jedes Jahr neu gekauft werden muss. Diese Situation treibt die Bäuer:innen in eine Schuldenfalle, da sie immer mehr Dünger und stärkere Pestizide benötigen – alles von denselben Konzernen. Ausserdem kommt es in Region Xingjiang (China) immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Uiguren, die auf Baumwollfeldern oder in den nachfolgenden Prozessschritten zu Arbeit unter unwürdigen Umständen gezwungen werden. 

Der glore-Standard

Angesichts der immensen Probleme bei der Baumwollproduktion gibt es für uns ganz klare Anforderungen an Baumwolle. Sie muss entweder nach einem anerkannten Standard biologisch oder regenerativ angebaut sein (GOTS, kbA, IVN) oder rezykliert sein. Die Gründe dafür sind einfach verständlich:

  • Der Wasserverbrauch bei der Bio-Baumwolle ist oftmals geringer, nur schon, weil mit der Herausforderung bewusster umgegangen wird. Dank der Tröpfchen-Methode beispielsweise gelangt das Wasser ohne Umwege und ohne Verlust durch Verdunstung an die Pflanzenwurzeln.
  • Dank der Düngung mit Kompost oder Mist, Mischkulturen und vielfältiger Fruchtfolge bleiben die Böden gesund und ertragreich. Auch der Schädlingsbefall wird dadurch reduziert.
  • Gentechnisch verändertes Saatgut ist bei Bio-Baumwolle nicht erlaubt. Das bewahrt die Baumwollbäuer:innen vor der Abhängigkeit von grossen Konzernen und ermöglicht ihnen längerfristig mehr Ertrag. Bei Fairtrade zertifizierter Bio-Baumwolle profitieren die Bäuer:innen sogar von einer Abnahmegarantie und Prämien für soziale Projekte in ihrem Dorf.

Auf jeden Fall ausgeschlossen sind Fasern aus der Region Xingjiang.

Die Pflege

  • Alltagskleidung 30°C waschen. Baumwolle verträgt aber auch höhere Temperaturen (weiss bis 95°C, bunt bis 60°C). Aber Achtung: Insbesondere gewobene Stoffe können dabei leicht einlaufen.
  • Wäschetrockner nach Möglichkeit vermeiden (Einlauf-Gefahr), ist aber möglich.
  • Baumwolle kann etwas knittern. Vor dem Bügeln mit maximal 200° C leicht anfeuchten.